Wertungsübungsschießen mit Leistungsmarsch am 23.03.2019

Wertungsübungsschießen mit Leistungsmarsch am 23.03.2019

Mit einer rekordverdächtigen Antrittsstärke von 121 Teilnehmern lag bei dieser Veranstaltung der BU Res am 23.03.19 die Latte für die Organisatoren hoch wie selten zuvor. Dabei beglückte uns das Wetter mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis über 15°C.

Knapp 1/3 der Teilnehmer, vom KpChef bis zum frisch gebackenen Gefreiten sind in der RSU Kp ODENWALD  beordert. Zu diesem Kreis zählte auch der Gesamtleitende der Veranstaltung, OSF Franck, sowie zahlreiche Kameradinnen und Kameraden, die als „Funktioner“ und „Leitende“ dienten.  Hätte die Veranstaltung nur aus den üblichen 3 Schießdisziplinen bestanden, wären bei dieser Masse an Teilnehmern sicher extreme Wartezeiten entstanden. Da jedoch ein Teil der Reservisten gleich zu Beginn der Veranstaltung den Leistungsmarsch absolvierte und als zusätzliche 4. Station neben dem MG3, dem G36 und der P8 noch Handgranatenwerfen angeboten wurde, verteilten sich die Teilnehmer gleichmäßig. So entstanden kaum nennenswerte Wartezeiten. Doch zunächst der Reihe nach:

Beim Antreten konnten bereits die ersten Auszeichnungen verliehen werden. Frau Gefreite Mühlebauer, Absolventin der Ausbildung für Ungediente 2017 errang bereits im ersten Dienstjahr in der RSU Kp Odenwald die goldene Schützenschnur.

Gratulation an unsere engagierte Kameradin. Die rote Armbinde signalisiert, dass sie bei dieser Veranstaltung bereits als „Funktioner“ eingesetzt wurde.

Ein weiterer ausgezeichneter Kamerad der RSU KP Odenwald ist HG Kögel. Ihm konnte das goldene Leistungsabzeichen der Bundeswehr verliehen werden. Respekt und Anerkennung für diese seltene Auszeichnung. Die weiße Armbinde signalisiert ebenfalls seine Tätigkeit als „Funktioner“ der anschließenden Waffeneinweisungsstation.

Unmittelbar nach dem Antreten wurde für die noch nicht an den Waffen ausgebildeten Kameraden und unsere internationalen Gäste eine Einweisungsstation aufgebaut.

Einweisung eines Gastteilnehmers an der Waffe MG 3

Nein, hier ist kein bis auf die Zähne bewaffneter Kommandosoldat ins Bild gelaufen.

Kamerad Kögel transportiert die Waffen für die Einweisung.

Ebenfalls unmittelbar nach dem Antreten stellten sich die Marschteilnehmer in Gruppen für den Leistungsmarsch für die Strecken 6 km,  9 km und 12 km auf. Wer nun glaubt, hier würde wegen der schweren Gepäcke (15 Kg im Rucksack) in geschlossener Marschordnung verlegt, hat sich getäuscht. Nach dem Startsignal rannte das Teilnehmerfeld wie beim Massenstart eines Leichtathletikevents los, nur eben in Uniform, mit schweren Militärstiefeln und entsprechendem Gepäck.

Es wurde um jede Minute gekämpft, schließlich wird dieser Leistungsmarsch auf Zeit abgelegt und jeder Soldat hatte den Ehrgeiz, die eigene Bestzeit vom Vorjahr zu unterbieten. Am Schluss schaffte unser KpChef OTL Mihalek als schnellster mit knapp 78 Minuten die 12 Kilometer, dicht gefolgt von zweitschnellsten Kameraden OSG Toby „Tomcat“ Witten mit nur 7 ! Sekunden Rückstand (gut, dass Du wieder bei uns bist, Toby). Ebenfalls bemerkenswert ist, daß die ersten 5 Kameraden, die die Ziellinie überschritten haben, alle Angehörige der RSU Kp ODENWALD sind. Die Zeitvorgabe für diese Strecke beträgt eigentlich 120 Minuten.

Während dessen wurden auch die Waffen an den einzelnen Stationen angeschossen und die Haltepunkte ermittelt. Nach dem die einzelnen Stationen besetzt und die Schießkladden eröffnet waren, konnten an allen Ständen gleichzeitig die Schießübungen absolviert werden.

Am Alpha-Stand rechts lagen 2 MG3 bereit, die Munition war bereits aufgegurtet und die Aufsichten wiesen die Schützen ein. So konnte unverzüglich mit der Wertungsübung MG-S-3 WÜ begonnen werden.

An den beiden mittleren Alpha-Ständen wurde jeweils mit der P8 die P-S-2 WÜ geschossen.

Diese Übung trägt den Erfahrungen der Auslandseinsätze Rechnung. In den Fällen, in denen die Soldaten sehr schnell auf Bedrohungen in nächster Nähe reagieren müssen, fehlt die Zeit zum Fertigladen und Entsichern der Waffe.

Bei dieser Übung ist die Waffe in der Ausgangsstellung in „schneller Feuerbereitschaft“, das heißt bereits fertiggeladen und entsichert, jedoch ist der Hahn entspannt, so dass beim ersten Schuss ein sehr hoher Abzugswiderstand überwunden werden muss.  Trotzdem bereits mit dem ersten Schuss zu treffen bedarf entsprechender Übung.  Insgesamt werden 5 Schuss auf 3 Ziele abgegeben. Sind alle 3 Ziele bekämpft, wurde „Bronze“ erfüllt. Sind alle 3 Ziele mit 4 Treffern bekämpft „Silber“ und nur wenn alle 3 Ziele bekämpft wurden und dabei alle 5 Schuss getroffen haben, sind die Bedingungen für „Gold“ erfüllt.

In einem anderen Bereich der Anlage wurde die G36-S-9 WÜ, die bekannte Mehrdistanzübung geschossen. Da die unbeorderten Reservisten selten Gelegenheit zum scharfen Schuss mit dem aktuellen Sturmgewehr der Bundeswehr finden, war dieser Stand am stärksten gefragt. Pro Rennen konnten 3 Schützen gleichzeitig die Übung schießen. Trotzdem gab es keinen Moment, an dem die Aufsichten auf Teilnehmer warten mussten, es hielten sich immer mehrere Rennen bereit, um die Übung zu absolvieren.

Eine Besonderheit stellte der Handgranatenwurfstand dar. Diese bisher selten angebotene Disziplin ist jedoch zusammen mit der Schützenschnur, dem militärischen Fitness-Test und dem Sportabzeichen des DSB eine der Voraussetzungen für das Reservisten-Leistungsabzeichen. Aus diesen beiden Gründen war auch dieser Stand permanent gut frequentiert.

Als Ziele dienten je 2 konzentrische Kreise in 15, 20 und 25 Metern Entfernung. Zur Erfüllung mussten alle Kreise mehrmals getroffen werden, wobei die Granate innerhalb der Kreise zum liegen kommen musste.

Entsprechend mussten die Soldaten die Wurftechnik -Schleuderwurf und Bogenwurf- variieren. Wie sich zeigte, ist auch diese Übung mit den Handgranatenwurfkörpern nicht auf Anhieb, sondern nur mit Übung zu erfüllen.

Pünktlich zur Rückkehr der Marschgruppen hatte der Spieß die Verpflegung organisiert: Warm und Kaltgetränke standen bereit. Für das Leibliche Wohl wurde der legendäre Bundeswehr-Erbseneintopf aufgetischt.

Beim Verpflegen konnten die Teilnehmer etwas Sonne tanken, das Wetter genießen und die Kameradschaft pflegen.

Super Wetter – Super Eintopf!Dabei wurden natürlich auch Tipps ausgetauscht, wie man den wackeligen Mauerrest bei der G36-S-9 für den Präzisionsschuss aus 200 m Entfernung am besten stabilisiert, um im angestrichenen Anschlag auch treffen zu können oder mit welcher Wurftechnik man die Granate am besten in den 25 Meter entfernten Kreis befördert.

Nach dem Verpflegen hatten die Kameraden nun nochmal mehrere Stunden Zeit, Übungen zu schießen und die Ergebnisse zu verbessern. Am Ende der Veranstaltung stand dann das gemeinsame Waffenreinigen an. Auch hier waren die Teilnehmer mit Spaß dabei und reflektierten die Schießergebnisse des Tages. Jeder konnte von einem persönlichen Highlight berichten und sich überlegen, wie er beim nächsten mal in der einen oder anderen Disziplin ein noch besseres Ergebnis erzielt.

Auch unsere Gäste und noch nicht eingekleidete neue Reservisten standen dabei nicht zurück.

In der nächsten und damit letzten Veranstaltung vor der Überprüfung der Einsatzbereitschaft werden wir Ende der kommenden Woche am 29. und 30.03. in der Nibelungenkaserne nochmals gezielt auf die Zertifizierungsinhalte eingehen:

  • Wachunterricht
  • Wachübungen I-III
  • Betreiben eines MainGate
  • Feuerkampf AGSHP „Halbgruppe in der Verteidigung“
  • Patrouille
  • San-Ausbildung
  • Betreiben des Kompaniegefechtsstandes

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