Wach- und Schulschießen 23.02.2019

Wach- und Schulschießen 23.02.2019

am Samstag, den 23.02. 2019 fürte die RSU-Kompanie Odenwald auf der Standortschießanlage Külsheim eine Schießveranstaltung durch, bei der das MG3 im Mittelpunkt stand. Diese altbewährte und zuverlässige Waffe bildet im Sicherungsauftrag auf Gruppenebene den Schwerpunkt, da sie bei richtigem Einsatz den Großteil der Feuerkraft einer infanteristischen Gruppe stellen kann.

Der scharfe Schuss mit dem Maschinengewehr

Nach dem Einschießen der Waffen konnte im Rahmen einer Stationsausbildung die Wertungsübung „MG-S-3(WÜ)“ geschossen werden. Dabei müssen mit 15 aufgegurteten Patronen 3 verschiedene Ziele bekämpft werden.

Einschießen zur Haltepunktermittlung durch einen erfahrenen MG-Schützen

Dazu sollen möglichst viele kurze Feuerstöße auf die Ziele abgegeben werden. Gewertet werden Treffer im kleinen Kreis (8 cm) sowie im großen Kreis (12 cm), was bei einer Zielentfernung von 25 m einer simulierten Kampfentfernung von 400 m entspricht. Bis 2017 war es zur Erlangung der goldenen Schützenschnur der Bundeswehr Voraussetzung, mit dem MG3 alle 3 Ziele im kleinen Kreis zu treffen, dabei mindestens 4 Schüsse innerhalb der 8 cm Kreise zu setzen und innerhalb der 12 cm Kreise mindestens 12 Treffer zu platzieren.

Erstes Ziel mit 2 Feuerstößen bekämpft, 3 Treffer im kleinen Kreis, ein Treffer im großen Kreis.

Ziel der Übung war, möglichst viele Schützen an dieses Leistungsniveau heranzuführen. Sowohl der Stationsleitende als auch die Aufsichten bewiesen hierbei Sachverstand und Erfahrung. Kein Wunder, die Kameraden sind ja auch erfahrene Fallschirmjäger. Dabei zeigte sich jedoch, dass nicht jeder Soldat zum perfekten MG-Schützen geboren ist und auch nur durch regelmäßiges Üben die Schießleistungen signifikant verbessert werden können. Deshalb wurden allen Kameraden nahegelegt, am 23.03. im Bernet erneut an ihren Schießleistungen am MG3 zu feilen.

Ohne die zahlreichen „Funktioner“, vom Mun-Ausgeber über den Schreiber, die Aufsichten und Leitenden bis zum Spieß, der für das leibliche Wohl sorgt, ist so eine Veranstaltung nicht möglich. Auch dies sollte mal erwähnt werden.

Erstausbildung am Maschinengewehr

Für die neuen Kameraden, die nach Abschluss Ihrer „Ausbildung für Ungediente“ zu uns gestoßen sind, wurde eine Erstausbildung am MG3 an einer weiteren Station durchgeführt.

Den Kameraden wurde alles Erforderliche und Wissenswerte über Funktion und Handhabung der Waffe vermittelt. Damit sind unsere neuen Kameraden nun qualifiziert, bei der kommenden Veranstaltung der Kreisgruppe Mittlerer Neckar im Bernet den ersten scharfen Schuss mit dem MG3 abzugeben.

Handlungstraining zum Wacherhalt

Die nächste Ausbildungsstation war unserem Hauptauftrag gewidmet: Dem Wachdienst. Zum sogenannten Wacherhalt, der Befähigung im Wachdienst militärische Sicherheitsbereiche zu bewachen und zu sichern, gehörte neben der theoretischen Ausbildung über die rechtlichen Rahmenbedingungen bisher auch das sogenannte Wachschießen, bei dem die Eskalation vom Anrufverfahren bis zur Schussabgabe durchgespielt wurde. Nachdem das alte Wachschießen aus der Vorschrift genommen wurde, wird es jetzt durch ein Handlungstraining ersetzt, bei dem folgende Lage gelebt wurde:

Die Soldaten bewachen in einer Doppelstreife die Standortschießanlage. Auf ihrem Streifenweg treffen sie eine unbekannte Person an, die sich am Zaun der Liegenschaft zu schaffen macht.

Was ist zu tun?

Ist die Androhung von Waffengewalt verhältnismäßig und gerechtfertigt, weil  angemessen und erforderlich?

Die angerufene Person dreht sich trotz Anrufens weg und entfernt sich

Was ist der nächste Schritt? Ist der Einsatz der Waffe gerechtfertigt?

Wie weit Theorie und Praxis auseinanderliegen, offenbarte sich in der nächsten Sekunde: Die unbekannte Person dreht sich um und zieht dabei eine versteckte Waffe. Nun besteht für die Wachsoldaten Lebensgefahr. Wer jetzt seine Waffe nicht fertiggeladen und entsichert hat und schussbereit die Gefahr abwehren kann, erlebt das Ende seiner Wache nicht.

Bei vielen Kameraden hinterließ dieses Handlungstraining ein gruseliges Gefühl: Die Erkenntnis, dass zwischen der Situation, in der keinesfalls geschossen werden darf und dem Moment, wo ohne Waffeneinsatz das eigene Leben möglicherweise beendet ist, nur Sekundenbruchteile liegen können, belastet.

Der scharfe Schuss mit dem Sturmgewehr

In der letzten Ausbildungsstation wurde mit dem G36 die Wertungsübung „G36-S-9(WÜ)“ geschossen.

Bei dieser Mehrdistanzsübung wird aus 4 verschiedenen Stellungen und in wechselnden Anschlagsarten auf Klappfallscheiben geschossen. Es werden aus jeder Stellung 4 Schuss auf 2 Ziele abgegeben.

Erste Stellung „Mauerrest“ es werden im „angestrichenen Anschlag“ aus 200 m Entfernung je 2 Schuss auf 2 Ziele abgegeben.

2. Stellung „liegender Anschlag“ es werden aus einer Entfernung von 150 m je 2 Schuss auf 2 Ziele abgegeben. Diese sind jedoch wesentlich kleiner als in der vorherigen Stellung, da sich nicht mehr die halbe Körperfläche eines Gegners darstellen, sondern nur noch 1/4 davon.

Hier zur Verdeutlichung der Schwierigkeit nochmal die liegende Position bei 150 m aus der Entfernung 200 m. Die Ziele sind wirklich sehr klein… Neben den liegenden Schützen stehen die Aufsichten.

In der 3. und 4. Stellung werden die Schüsse wechselnd stehend und kniend abgegeben. Dabei ist zuerst ein Schuss stehend auf das vordere Ziel, danach ein Schuss kniend auf das hintere Ziel abzugeben, dann wieder stehend und zuletzt wieder kniend. Jeweils aus einer Entfernung von 100 und 50 Metern.

Trotz aller Schwierigen dieser Übung erfüllte ein großer Teil der Schützen die für „Gold“ gesetzten Anforderungen (14 Treffer, wobei aus jeder Stellung beide Ziele mindestens einmal getroffen werden müssen). Einige Schützen schafften sogar das bestmögliche Ergebnis mit 16 Treffern.

Ein frisch gebackener Stabsunteroffizier und Feldwebelanwärter demonstriert den korrekten angestrichenen Anschlag. Glückwunsch und Soldatenglück zum neuen Dienstgrad!

Neben den Beförderungen ermöglicht ein Beorderungsverhältniss in der RSU-Kompanie Odenwald auch einen Laufbahnwechsel zum Unteroffizier oder Feldwebel Territoriale Reserve mit verkürztem Lehrgang. Infos und Antragsunterlagen finden in der RSU-Kompanie ODENWALD beorderte Reservisten im passwortgeschütztem Downloadbereich. Aktuell sind noch Dienstposten in allen Laufbahngruppen frei.

Die nächsten Schießveranstaltungen für Reservisten:

Wertungsübungsschießen im Bernet

über Kreisgruppe Mittlerer Neckar am 23.03.2019. Anmeldung in DVag an den zuständigen FeldwebelRes: FWResStuttgart@bundeswehr.org

ISW 2019

Der 47. Internationale Schießwettbewerb wird am 05./06. Juli 2019 in BRUCHSAL stattfinden. Bei der ersten Teilnahme einer Mannshaft der RSU-Kompanie ODENWALD erreichte diese im vergangenem Jahr auf Anhieb einen guten Platz im Mittelfeld. Kameraden, die an einer Teilnahme in diesem Jahr interessiert sind, können sich unter www.pokalwettkampf.de informieren. Anmeldung in der Mannschaft der RSU-Kompanie ODENWALD  ASAP unter KPFUEGRP@GMX.DE. Gemeldete Teilnehmer der Re-Zertifizierung haben Vorrang. Die Teilnehmerzahl ist auf 300 begrenzt, deshlb ist Eile geboten!

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