UrbanOps meets ABC in der Nibelungen-Kaserne

UrbanOps meets ABC in der Nibelungen-Kaserne

Bei unserer Jahresauftaktveranstaltung 2019 am 26.01. wurde der Ausbildungsinhalt an die in wenigen Monaten anstehende Überprüfung der Einsatzbereitschaft der RSU-Kompanien angepasst.

Wie ursprünglich geplant, nahmen einige Soldaten der RSU-Kompanie Odenwald an dem zeitgleich in Walldürn durch die BuRes veranstalteten Ladungssicherungslehrgang teil. Somit ist sichergestellt, dass wir auch weiterhin Transportfahrten mit eigenen Kräften durchführen können.

Die Inhalte der eigenen Ausbildung mussten zur Vorbereitung der Re-Zertifizierung angepasst werden. So wurde der geplante Unterricht in der Erstversorgung Verwundeter auf eine der nächsten Veranstaltungen verschoben, dafür aber in der ABC-Ausbildung deutlich intensiver ins Detail gegangen.

Soldaten stellen im Schutzraum den Schutzzustand entsprechend der befohlenen BAS-Stufe her

In der ABC-Ausbildung muss jeder Soldat

  • die Wirkungen von ABC-Kampfmitteln kennen,
  • sich gegen Wirkungen von ABC-Kampfmitteln schützen können,
  • seine ABC-Schutzausstattung und -Schutzbekleidung sicher und zügig handhaben können und
  • Selbst- und Kameradenhilfe auch unter diesen Bedingungen leisten können.

Vermittelt wurde das Packen des „Atom-Koffers“, wie die ABC-Maskentasche mit Inhalt auch scherzhaft genannt wird, Anlegen der ABC-Schutzausrüstung (Maske M2000, Overgarment und Poncho) entsprechend der BAS-Stufen 0-4 und die Handhabung der weiteren Schutzausstattung.

Die bedrohungs- und auftragsangepassten Schutzzustände (BAS) werden abhängig von der jeweiligen ABC-Bedrohungslage durch die Führung befohlen. Die Bedrohungslage ergibt sich aus den Möglichkeiten des Feindes für den Einsatz von ABC-Kampfmitteln. Die BAS-Stufen werden zum Schutz der Soldaten vor einem plötzlichen Einsatz von ABC-Kampfmitteln befohlen. Die jeweiligen BAS-Stufen sind in der ABC-Taschenkarte detailliert beschrieben.

  • BAS 0: Persönliche Schutzausstattung griffbereit
  • BAS 1: Jacke und Hose des Overgarments angelegt, die restliche Ausrüstung ist an der Person
  • BAS 2: Überziehstiefel des Overgarment angelegt
  • BAS 3: Persönliche ABC-Schutzbekleidung wird komplett getragen, Handschuhe, Kapuze des Overgarments und ABC-Schutzmaske sind aufgesetzt
  • BAS 4: Der Poncho oder die Sprühschutzplane wird über den komplett angelegten Anzug geworfen.

Auch die einfachsten Handgriffe wie hier die Handhabung des Spürpapiers und der Indikator-Streifen fällt mit angelegter Schutzausrüstung nicht mehr so leicht wie vorher..

Dannach wurde in einem weiteren Ausbildungsschritt die Handhabung der ABC-Spürmittel und der übrigen Ausrüstungsgegenstände geübt.

In einer weiteren Statiosausbildung konnten sich die Soldaten im U-Raum von der schweißtreibenden Praxisausbildung erholen und ihre ABC-Abwehrkenntnisse mit Schulungs- und Ausbildungsinhalten ergänzen.

Dabei wurde die ABC-Schutzmaskte M2000 und das Vorgängermodell M65 gegenübergestellt, die Unterschiede in Handhabung und Funktion erläutert und insbesondere die passenden Filter bezeichnet.

Bei dieser Gelegenheit wurde die persönliche ABC-Schutzausstattung in der Rolltasche mit Kampfstoff-Spürpapier, Selbsthilfeausstattung, ABC-Schutzverband, Pflegematerial, Dekomittel RSDL, Hautreinigungsmittel, Gehörstopfen und Desinfektionsmittel ergänzt.

Die nur im Einsatz auszugebenden Kombinations-Auto-Injektor und Atropin-Auto-Injektor wurde erläutert und vorgeführt.

In der letzten Stationsausbildung war dann wieder Kampf angesagt. Der Themenkomplex UrbanOps, also Orts- und Häuserkampf, wurde wiederholt und ergänzt:  Als Vorübung für das „Aufschneiden der Räume“ wurde hier der Rechts-Links-Anschlagwechsel in Kontaktstellung geübt. Die Schwierigkeit lag darin, bei der Ausführung der komplexen Bewegungsabläufe jederzeit die Mündung unverändert in Zielrichtung zu halten..

Wie bewege ich mich im geschlossenen Gebäude? Wie sichere und durchsuche ich die Räume systematisch und vollständig, wobei ständig mit versteckten Personen oder Sprengladungen gerechnet werden musste. Dabei wurden insbesondere die Befehls- und Meldeschemas geübt..

Oben: Anschlagwechsel zur Sicherung des Treppenhauses

Unten: Vorgehen im Gebäude von Raum zu Raum, anschlagwechsel zum aufschneiden des Raumes

Dabei wurde das bereits in der Praxis und im Tapedrill geübte Aufschneiden der Räume unter Beachtung aller Sicherheitsvorkehrungen wiederholt.

Lageannahme: Im Gebäude hat sich eine bewaffnete Person versteckt.

Unter welchen Umständen und mit welchen Sicherheitsvorkehrungen dürfen Zutrittsverbote übertreten werden?

In weniger als 4 Monaten werden wir am Freitag, 03.05.2019  erneut unsere Einsatzfähigkeit unter Beweis stellen. Auch dann werden wir als RSU-Kompanie Odenwald wieder das bestmögliche Ergebnis abliefern. Dazu ist es erforderlich, dass sich bei den nächsten beiden Veranstaltungen möglichst viele Teilnehmer gezielt auf diese Prüfung vorbereiten.

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