Urban Ops 2019 vom 27.-28. 9. in Wolferstetten.

Urban Ops 2019 vom 27.-28. 9. in Wolferstetten.

Auch in diesem Jahr haben wir in einer zweitägigen Hochwertveranstaltung das Thema urbane Operationen in unserem Übungsdorf Wolferstetten auf dem Standortübungsplatz Külsheim vertieft. Dabei konnten wir auf mehrjährige Erfahrung in diesem komplexen und fordernden Ausbildungsthema zurückgreifen. Deshalb war das diesjährige Ausbildungsziel deutlich höher gesteckt als in den vergangenen Jahren:

Zusammenwirken auf Trp- und Grp-Ebene, dabei

  • Durchsuchen von Gebäuden
  • Vorgehen von Raum zu Raum
  • Markieren von durchsuchten Räumen
  • Sturm und Einbruch

Dieses Ausbildungsziel zu erreichen erforderte neben optimaler Vorbereitung und hoher Motivation auch eine Antrittsstärke von über 50 Mann was unsere Kompanie auch diesmal wieder übertraf.

So konnten wir beim Antreten neben den 3 Züge unserer Kompanie eine weitere Gruppe bilden, die aus frischen Absolventen der „Ausbildung Ungedienter 2019“ und weiteren neuen Interessenten bestanden. Da in unserer Kompanie noch Beorderungsposten in allen Dienstgradgruppen frei sind, können wir auch noch zu den nächsten Veranstaltungen weitere Interessenten einladen.

Nach dem Abschluß der Vorbereitungen und der Einschleusung konnte beim Antreten bereits die erste Beförderung ausgesprochen werden: unser MBU wurde von Kp-Chef und vom Spieß vom OSG zum SU geschlagen.

Eine besondere Überraschung ereilte den KpTrpFührer und einen OSG der KpFüGrp: Beide Reservisten erhielten die ersten Förmlichen Anerkennungen der Kompanie seit Bestehen für ihren herausragenden Einsatz  für die RSU Kp Odenwald auch ausserhalb ihres Dienstes.

Nun wurde es Zeit, in den U-Raum einzurücken. Dort verschaffte HF Keller als Leitender dieser Ausbildung den Soldaten einen Überblick über die Einsatzgrundsätze und Einsatztaktiken im Orts- und Häuserkampf, insbesondere in die Funktion der Soldaten im Trupp beim Eindringen in Gebäude und dem Vorrücken von Raum zu Raum. Dabei vermittelte er seine neuesten Kenntnisse aus einem Lehrgang am Trainingszentrum der Infantrie in Hammelburg.

Nach der Mittagsverpflegung wurde es Zeit für Praxisübung an der frischen Luft. Frisch vor allem durch den einsetzenden Regen und der damit verbundenen Abkühlung. Zunächst wurde im Rahmen einer Dualausbildung die Handhabung der Waffen geübt, vom Schießgestell bis zum Umgreifen beim Aufschneiden der Räume.

Hauptfeldwebel Keller demonstrierte dabei jeden Ausbildungsschritt, bevor die Soldaten diese wiederholten. Hier das Aufschneiden. Da es nicht immer vermeidbar ist, sich aufzuteilen zu müssen, wurde das Vorgehen danach in 2er-Teams mit abgewandelten Funktionen geübt.

Sichert ein Soldat zB. im Treppenhaus und der übrige Trupp geht zu dritt weiter, muss auch dieser abgewandelte Ablauf beherrscht werden.

Zum Schluss wurde nochmal das schulmässige Vorgehen in der Gruppe von Raum zu Raum demonstriert und geübt. Dabei wurden die Soldaten auch auf die Herausforderung, sich in unbeleuchteten Räumen bewegen zu müssen, vorbereitet.

Die nächst Ausbildungseeinheit gab den Soldaten die Möglichkeit, dem zunehmenden Regen zu entgehen in dem das eben je nach Ausbildungsstand gelernte, wiederholte und vertiefte nun im Übungshaus weiter geübt wurde.

Nach der Türaufstellung und dem Eindringen wurde das Vorgehen von Raum zu Raum unter Stellung von Bewegungs- und Deckungselementen geübt.

Es musste jederzeit mit dem Antreffen von bewaffneten Feinden, harmlosen Hausbewohnern, Sprengfallen oder Waffenfunden gerechnet werden.

Mit jedem Durchgang wurden die Trupps sicherer und schneller, ohne in der Konzentration nachzulassen.

Gleichzeitig wurden die Lagen mit jedem Durchgang komplexer und fordernder. So kamen nach der Türaufstellung, Kommunikation, Eindringen und dem Vorrücken im Gebäude unterschiedliche Durchsuchungs-Szenarien dazu.

Insbesondere das systematische Durchsuchen unter gegenseitiger Deckung erfordert Übung, wenn jeder wortlos wissen soll, was zu tun ist.

Die Sicherung von Treppenhäusern bindet Kräfte und nicht immer kommt nur Gutes von oben.. 

Nachdem alle Soldaten die Abläufe beherrschten, hielt der Leitende der Ausbildung, Hauptfeldwebel Kellervor der Abendverpflegung beim letzten Büchsenlicht noch eine Überraschung für die übende Truppe bereit.

Unter dem Motto Teambildung traten die dazu eingeteilten acht 6er-Trupps bei körperich und geistig fordernden Stationsübungen gegeneinander an.

Bei der Station GELÄNDELAUF wurde vorher die Zeit abgefragt, die die Gruppe für einen Gelände-Eilmarsch in voller Gefechtsausrüstung zu einem auf der Karte bezeichneten PasingPoint (PP) benötigen wird. Nachdem der PP erreicht wurde, mussten die Soldaten für je 10 Sekunden Abweichung zwischen Ansage und Erfüllung Liegestützen absolvieren. Erst dannach wurde die Zeit genommen.

In der Station BERGLAUF bestand die Aufgabe darin, einen Soldaten aus der Gruppe zu einer 50 m. entfernten Pylone bergab zu tragen und anschließend wieder bergauf zu schleppen. Allerdings mussten dabei mehrere komplexe Rechenaufgaben gelöst werden, indem 3-4stellige Zahlen addiert, subtrahiert und mulitpliziert und die Ergebnisse im Anschluß aufaddiert wurden. Das Ganze ebenfalls auf Zeit.

Bei der Station WUNDERKISTE mussten sich die Soldaten 15 Gegenstände mit allen beschreibbaren Eigenschaften merken, die in einer Munitionskiste lagen. Allerdings durfte einzeln nacheinander jeder nur 10 Sekunden in die Kiste sehen und an dieser Station durfte auch kein Wort gesprochen werden.

An der Station FAHRZEUGPANNE bestand die Aufgaben darin, einen Greenliner nebst Fahrer 200 m. weit zu ziehen.

Leicht Bergauf und auf Zeit.

Allerdings durfen immer nur 3 Soldaten gleichzeitig ziehen.

An der vorletzten Station, der Klassiker – DIE WAFFENKISTE wurde der Ausbildungsstand der Soldaten an Handwaffen offenbar.

Die Aufgabe bestand darin, alle Teile aus der Kiste richtig zu Waffen zusammenzusetzen. Enthalten waren in jeder Kiste je ein MG3, eine P8 und ein G36, natürlich vollständig zerlegt. Zum Glück dürften sich die Soldaten gegenseitig unterstützen, denn auch hier ging es um die Zeit.

In der letzten Station wurden dann die Beobachtungen der Wunderkiste abgefragt. Die abgefragten 6 Merkmale jedes der 15 Gegenstände konnte sich keine Gruppe merken, aber einige Gruppe waren schon sehr nah dran.Anschließend durfte sich die erschöpfte Truppe bei der Abendverpflegung erholen und danach natürlich auch die Kameradschaft pflegen.

Am nächsten Morgen ging es dann  sehr früh raus. Beim darauf folgenden Antreten wurden weitere Beförderungen ausgesprochen. Manch einem steckte die eine oder andere Station vom Vortag noch in den Waden und Oberschenkeln, manch anderem die Pflege der Kameradschaft. Während des körperlich fodernden zweiten Ausbildungstages wurde aber jeder wieder munter sowie körperlich und geistig beweglich.

Aufgrund der angenommenen Lage wurde folgender Ablauf mehrfach geübt:

Anmarsch ausserhalb Sichtweite der Üb-Häuser, anschließend Sprung an und Einbruch in das erst Üb-Haus (Brandhaus)

 

von dort Sprung an und Eindringen in das zweite Üb-Haus, in dem bereits am Vortag geübt wurde.

Dabei flankierendes und überschießendes Deckungsfeuer von Deckungselementen in 2 Stellungen

Vorgehen im Haus von Raum zu Raum unter Eisatz von Wirkmitteln wie Handgranaten.

Durchsuchung jedes Raumes sowie Gefangennahme Verlegung und Durchsuchung von Feinden

Transport und Versorgung Verwundeter

Auch wenn diese Ausbildung einen -im wahrsten Sinne- todernsten Hintergrund hat, lässt sich abschließend feststellen, dass nicht nur das Ausbildungsziel erreicht wurde, sondern diese 2 Tage Kameradschaft und Leistungserbringung im Team jedem der Teilnehmer Spaß gemacht hat.

Nachfolgend noch ein paar Impressionen der Ausbildung:   

 

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