San-Ausbildung 2018

San-Ausbildung 2018

Vom 13.07. – 14.07. fand im Übungsdorf „Wolferstetten“ auf dem Standortübungsplatz Külsheim unsere diesjährige Sanitätsausbildung statt. Bei dieser Gelegenheit konnten die Soldaten die Qualifikation „Ersthelfer territoriale Reserve“ erwerben, die auch als „betrieblicher Ersthelfer“ anerkannt wird.

Zu Beginn der Übung wurden die Soldaten durch Ausbilder des DRK Kreisverband Buchen im Rahmen einer Stationsausbildung in allen dazugehörenden Inhalten geschult.

Zu den in Theorie und Praxis vermittelten Grundlagen wie Rettung aus Gefahrenbereichen, absichern von Unfallstellen und absetzen des Notrufes, erkennen von verschiedenen Bewusstseinszuständen, Kreislauf- und Atemstörungen oder kritischer Blutung ebenso wie die richtige Lagerung der Betroffenen bei Hitzschlag, Schock, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder schweren bzw. stark blutenden Verletzungen.

Sehr schnell gingen die Ausbilder von der Theorie zur Praxis über. Dabei wurden die Anforderungen kontinuierlich gesteigert.

Herz-Lungen Wiederbelebung mit und ohne Anwendung eines Automatisierten Externen Defibrillators.

Wundversorgung und Lagerung von Verletzten.

Die Ausbilder gingen gezielt auf Situationen und Verletzungsbilder ein, wie sie im militärischen Bereich vorkommen: Vergiftungen durch Reiz- und Kampfstoffe, Maßnahmen zur Selbst- und Kameradenhilfe bei Kontamination, Versorgung von Schuss- und Splitterverletzungen sowie weitere Auswirkungen von Explosionen auf den menschlichen Körper und die dadurch erforderlichen Maßnahmen.

Es wurde gezielt die richtige Handhabung der im IFAK (Individual First Aid Kit) vorhandenen Mittel wie Tourniquet, Israel-Bandage, Quick-Clot Tamponade und Auto-Injektoren vermittelt und geübt.

In der nächsten Phase der Ausbildung erhöhte sich die Dynamik und die Soldaten absolvierten belastende Übungen, um dann in einer Stresssituation ein Tourniquet selbst anzulegen.

Nach diesem ersten sehr erfolgreichen Ausbildungstag waren die Kompanieangehörigen befähigt, ihr erworbenes Wissen in der Praxis anzuwenden. Dazu wurden am Folgetag eine Übung im Kompanierahmen, angelehnt an das „Feldlager WOLFERSTETTEN“, durchgeführt.

Zunächst wurde ein Check-Point eingerichtet und betrieben, eine Patrouille zur Aufklärung eingesetzt. Ein Zug bildete die Reserve. Als Führungselement kam zum ersten Mal der neueingerichtete Kompaniegefechtsstand zum Einsatz.

Sowohl die Soldaten des Checkpoints als auch Patrouille mußten im Wechsel fordernde Lagen bewältigen. Sie wurden angeschossen, angesprengt und mussten auf Kampfmittelelfunde richtig reagieren. Dabei mußte mehrfach auch die Versorgung von anfallenden Verwundeten bis zum eintreffen MEDEVAK, der mittels 9-Liner angefordert wurde, sichergestellt werden.

Als eine fremde Gruppe feindlicher Kräfte aufgeklärt wurde, die eine improvisierte Raketenstellung aufbauten, um möglicherweise das „Feldlager WOLFERSTETTEN“ zu beschießen, war höchste Eile geboten.

Der KP-Chef gab im Gefechtsstand den Zugführen die notwendigen Gefechtsbefehle unmittelbar und über Funk. Die in eine Deckungs- und ein Sturmelement eingeteilten Kräfte setzten darauf in Marsch, koordiniert durch den Kompaniegefechtsstand und durch die bewegliche Befehlsstelle der Kompanie.

Zunächst wurde der Checkpoint geschlossen und die eingeteilten Kräfte des Deckungs- und Sturmelementes nahmen ihre Ausgangsstellungen ein.

Die Raketenstellung wurde durch die Angriffskräfte, die durch den Wald gedeckt vorstießen, geworfen nachdem das Deckungsfeuer der Deckungskräfte die Feindkräfte niederhielt.

(Links im Bild Hauptfeldwebel d.R. Johann Bruhn, der für die Loyal berichtet.)

Hierbei zeigte sich die Grenze der Möglichkeiten in der Verwundetenversorgung nach dem Prinzip „care under fire“: Sichern wie befohlen oder helfen?

„FEIND GEWORFEN! Zahlreiche Verwundete! Es folgt 9-Liner.“

Als diese Lage abgearbeitet war, setzte eine trügerische Ruhe ein. Aber es folgte noch eine unangenehme Überraschung.

Im Lager setzte bei einem Verkehrsunfall Munition um. Es zeigte sich am Ort des Geschehens eine chaotische Situation mit zahlreichen Verwundeten. Nach Freigabe durch EOD wurde die Kompanie eingesetzt, um schnellstmöglich zu helfen.

Ein Verwundeten-Sammelpunkt wurde eingerichtet und alle Verwundeten innerhalb kürzester Zeit gerettet, versorgt und gelagert, bis sie an die eintreffenden Sanitätskräfte übergeben werden konnten. Die Ausbilder zeigten sich erstaunt, wie schnell die Soldaten dann doch, nach anfänglichen Unsicherheiten, die komplexe Lage in den Griff bekamen.

Beim anschließenden Antreten konnte unser Chef wieder Beförderungen aussprechen und erworbene Leistungen aushändigen.

Wir gratulieren dem Hauptgefreiten B. zur Wiederholung der Schützenschnur in Gold.

Wir gratulieren dem Stabsgefreiten S. zur Beförderung zum Oberstabsgefreiten und

dem Hauptgefreiten H. zur Beförderung zum Stabsgefreiten.

Herzlichen Dank auch an alle Unterstützer, insbesondere die Damen vom DRK Kreisverband Buchen, die nicht nur bei der Ausbildung halfen, sondern durch ihre Schminkkünste an den Verletzten die Darstellung der Verwundungen sehr realistisch aussehen ließen

Natürlich gehört für alle das gemeinsame Waffenreinigen und für das Nachkommando in den folgenden Tagen die vollständige Rückführung und Einlagerung des eingesetzten Materials dazu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen