Lehrgang Schießausbilder neuSAK vom 07.-18.10.2019

Lehrgang Schießausbilder neuSAK vom 07.-18.10.2019

„Wir haben mit diesem Lehrgang einen Grundstein für die weitere Ausbildung der Kompanie
in den nächsten Jahren gelegt.“ Das waren die abschließenden Worte des Kompaniechefs, Oberstleutnant Mihalek. Nach zwei intensiven Wochen auf der Schießbahn „Im Bernet“ konnte er mit Stolz allen acht Teilnehmern die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang bestätigen und damit die Qualifikation zum Schießausbilder neues Schießausbildungskonzept (neuSAK) überreichen.

Gruppenbild aller Teilnehmer, Ausbilder und Unterstützer nacherfolgreichem Lehrgang.

Doch davor mussten einige Hürden und Aufgaben gemeistert werden. Bereits der erste Tag
dieser Reservistendienstleistung, normalerweise geprägt von Anreise und Einschleusung,
wurde genutzt, um die Teilnehmer an die folgenden Ausbildungsblöcke zu gewöhnen. Auf
dem Dienstplan stand jeden Tag Schießen mit der Pistole P8 und dem Gewehr G36, um die
nötige Ausbildungshöhe im Nahbereichsschießen (NB I-III) zu erlangen. Nebenher galt es
durch die Schießlehrer Oberleutnant Zahner, Oberstabsfeldwebel Bopp und den gleichzeitig
Gesamtleitenden der Ausbildung Oberstabsfeldwebel Franck die Teilnehmer zum
Schießausbilder zu befähigen.
Obwohl allesamt erfahrene Schützen und Teil des Führerkorps der Kompanie, merkten die
Lehrgangsteilnehmer schnell, dass selbst einfach wirkende Übungen ihre Tücken haben
können. Selbst auf kürzeste Entfernungen, d.h. zwischen 5 und 25 Metern Zielentfernung,
verzeihen die Waffen selten Fehler; vor allem die Pistole P8 als Kurzwaffe stellte einige
Soldaten vor unerwartete Herausforderungen. Zunächst erlernten die Schützen das Konzept
des Doppelschusses. Das sind zwei schnell aufeinanderfolgende Schüsse in einem
möglichst kleinen Trefferkreis. Dafür erforderlich ist ein stabiles Schießgestell, das sowohl
den Rückstoß der Waffe abfängt als auch die Wirkung der Schutzweste voll zur Geltung
bringt.

Zwei Teilnehmer beim Schießen P8 auf 5m Zielentfernung. Durch das Schießgestell mit leicht gebeugten Knien und nach vorne gelehntem Oberkörper bleibt der Schütze bei der Schussabgabe stabil und die Schutzweste entfaltet die volle Wirkung.

Weitere Ausbildungsinhalte in dieser frühen Phase des Lehrgangs waren das Bekämpfen von Mehrfachzielen und die Reaktion bei Nichtwirkung im Ziel.
„Schießen lernt man nur durch Schießen!“ – ein Standardausbilderspruch in diesem
Zusammenhang. Das merkten viele Teilnehmer am Ende der ersten Woche, als die
Schießergebnisse besser wurden, obwohl die Übungen an Komplexität gewannen.
Drehungen bei Bedrohungen aus der Flanke oder dem Rücken, Schießen in der Bewegung
und sich immer wieder auf die Zielansprache des Schießlehrers zu konzentrieren verlangten
den Soldaten nicht nur körperlich, sondern auch geistig viel ab. Doch ein Trockentraining vor
jeder Übung, in dem die Bewegungsabläufe und die Kommandos beim scharfen Schuss
ohne Munition vorgeübt wurden, gab jedem Schützen die Sicherheit, die für den
entsprechenden Durchlauf benötigt wurde. Diese Sicherheit spiegelte sich auch im
Prüfungsschießen am Ende der ersten Woche wider. Die Schwierigkeit dieser Übungen
besteht in einer Zeitbegrenzung, z.B. 2 Sekunden für einen Doppelschuss mit dem Gewehr.
Jedoch konnte jeder der Lehrgangsteilnehmer die Prüfung, bestehend aus den neuSAK
Wertungsübungen für Pistole und Gewehr, mit Gold abschließen.
Mit diesem guten Gefühl gingen alle Teilnehmer ins verdiente Wochenende, allerdings nicht
ohne eine Hausaufgabe. Für Woche 2 standen die Lehrproben auf dem Dienstplan. Jeder
angehende Schießausbilder musste eine Ausbildung über eine Schießübung planen,
vorbereiten und durchführen. Unter den aufmerksamen Augen der drei Schießlehrer erfolgte
die Ausbildung einer bereits bekannten Übung mit den restlichen Lehrgangsteilnehmern in Form einer Erstausbildung. Insbesondere auf die Sicherheit und die Einhaltung der
gesetzten Zeiten galt es zu achten. Mängel in der Waffenhaltung und im Schießgestell
mussten erkannt und abgestellt werden.

Hauptmann Jäger erklärt Hauptfeldwebel Baar das korrekte Abzugsverhalten an der Pistole, um den Doppelschuss schnell ins Ziel zu bringen. Die Augen des Ausbilders sind bei der Schussabgabe immer auf den Schützen gerichtet, damit Fehler erkannt und abgestellt werden können.

Auch hier zeigten alle Teilnehmer ihre Erfahrung und Können und konnten somit die Lehrproben mit Erfolg absolvieren.
Die letzten zwei Tage verbrachte der Lehrgang damit, die verbleibenden Übungen aus NB III
für beide Waffen zu schießen. Dazu gehört unter anderem der Waffenwechsel von G36 auf
P8, sowohl statisch als auch in der Bewegung.

Oberleutnant Zahner beim Waffenwechsel in der Bewegung.

Das G36 wird zur Seite geführt, um Platz für die Zweitbewaffnung P8 zu machen. Dieses Vorgehen ist schneller als eine Störungsbeseitigung oder das Nachladen der Primärwaffe.) Die Qualifikation zum Schießausbilder inklusive Nahbereich III entfiel leider, da sich der bewegliche Zielaufbau im Umbau befand und somit ein Schießen auf bewegliche Ziele nicht möglich war. Dieser Ausbildungsteil soll sobald wie möglich nachgeholt werden, um die Teilnehmer abschließend für den NB III zu befähigen.
Neben den Lehrgangsinhalten gab es für zwei Kameraden noch erfreuliche Nachrichten. So wurde Kamerad Fleck zum Oberfeldwebel befördert und die Kompanie hat mit Unteroffizier Hughes einen weiteren Anwärter auf die RSU-Feldwebel-Laufbahn.
Abschließend bedanken sich alle frisch gebackenen Schießausbilder neuSAK bei den Schießlehrern für die durch und durch hochwertige und intensive Ausbildung. Weiterer Dank gilt den Unterstützern Hauptfeldwebel Bachmann und Stabsunteroffizier Gortat (beides Schießausbilder und Verantwortliche Munitionstransport) sowie Oberstabsgefreiter Neumann und Scholl (Fahrer), ohne die dieser Lehrgang nicht möglich gewesen wäre. Außerdem bedanken wir uns bei dem gnädigen Wetterfeldwebel, der für uns einen goldenen Herbst und bestes Schießwetter angefordert hatte.

Verfasst durch: Oberleutnant Zimmermann

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