Lehrgangsbericht „Zertifizierter Fachberater Hochwasser“

„Die Hochwasserereignisse der letzten Jahrzehnte an Oder, Elbe, Rhein und Donau, aber auch die Sturzfluten an vielen kleinen Gewässern in Deutschland haben gezeigt, dass es wichtig ist, die Verantwortlichen in den Verbänden des Katastrophenschutzes besser und umfassender auszubilden, zu vernetzen und den praktischen Einsatz gemeinsam zu üben. Dabei soll schon während der Schulung das Miteinander der verschiedenen Organisationen und Verantwortlichen im Katastrophenschutz geübt und optimiert werden.“

Logo Akademie Hochwasserschutz

Hier setzt die Akademie Hochwasserschutz zusammen mit kompetenten Partnern aus Verwaltung, Wirtschaft und den Hochschulen an. Bis 2003 gab es eine entsprechendes Ausbildungsangebot nicht. Der 2-3 Mal jährlich angebotene Lehrgang umfasst 2 Module, die sich dann in Themen wie Einschätzen von Hochwassergefahren, geographische, hydrologische und meteorologische Abhängigkeiten, Entwicklung eines Hochwassers, präventive Maßnahmen, Einsatzmöglichkeiten aller Katastrophenschutzorganisationen und vieles mehr unterteilen.
Nicht nur die Bekämpfung des eingetretenen Hochwasserereignisses ist von Relevanz, sondern die Vorbeugung. So war nicht verwunderlich, dass viele der 22 Lehrgangsteilnehmer von Tiefbauämtern kamen.

Bei der Bundeswehr wurden bislang von der Akademie Hochwasserschutz bereits Kreisverbindungskommandos in Bayern ausgebildet, ebenso sind enge Kontakte zu den Landeskommandos der Hansestädte vorhanden. Auch hier wünscht man sich eine enge Zusammenarbeit, ist doch die Bundeswehr in den großen Hochwasserereignissen der letzten Jahren immer Haupttruppengesteller gewesen, oft ohne aber das nötige Hintergrundwissen.

Mit Oberstleutnant d.R. Koch, in der RSU „Odenwald“ als Einsatzstabsoffizier und Beauftragter Unterstützungsleistungen zuständig, hat die Kompanie somit den ersten Fachberater Hochwasser in ihren Reihen. Nicht nur für kommende Ausbildungen soll dieses Wissen nützlich sein, sondern nun ist es auch möglich den Patenverband oder die militärische Führung mit Fachwissen zu unterstützen.
Die Bereitschaft ist auch vorhanden, Anforderer wie Feuerwehr, Polizei, Stadt und Kommune im Hochwasserfall optimal zu beraten – vor, während und nach einem Hochwasser – und sogar über die eigentlichen RSU-Aufgaben hinaus.

Getreu dem Motto „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt!“ hat die RSU „Odenwald“ nun einen weiteren Schritt nach vorne getan, um auch das Standbein subsidiäre Katastrophenhilfe mit Leben zu füllen.

Link zur Homepage der Akademie Hochwasserschutz:                                                        http://www.akademie-hochwasserschutz.de

Link „Der Witka-Staudamm und das Hochwasser 2010″ vom MDR:                                   https://www.youtube.com/watch?v=wcPgkMPrbc8 

Teilnehmer Lehrgang 1

RSU Odenwald hat nun einen Prüfberechtigten Pioniermaschinen in ihren Reihen

Im Jahr 2014 hatte die RSU Odenwald bereits eine Ausbildung an der Kettenmotorsäge durchgeführt und einige Soldaten mit zivilen Vorkenntnissen somit die Betriebsberechtigung ausgestellt. Zudem konnten weitere Kameraden in der Theorie geschult werden. Eine zweite Ausbildung Ende 2014 musste verschoben werden, da sich kurz zuvor die zivilen Vorschriften geändert haben und die Bundeswehr ihr Vorschriftenwerk ebenfalls angepasst hat.

Bis 2014 war es noch möglich, mit einer Lehrberechtigung auch zu prüfen, da die Prüferlehrgänge erst 2014 angelaufen sind (auch hier gab es Änderungen in den Ausbildungsweisungen). Somit wäre ab 2015 nur noch eine Ausbildung, aber kein Prüfen und somit Aushändigung der Betriebsberechtigung mehr möglich gewesen. Ein externer Prüfer am Samstag und oftmals weite Strecken war wenig anstrebsam.

Somit wurde die Möglichkeit geschaffen, dass der EinsStOffz der RSU, selbst im Besitz der Lehrberechtigung, auf den Prüferlehrgang an die Pionierschule in Ingolstadt eingeplant wird. Da der Lehrgang auch ein praktisches Arbeiten erforderte (jeder war zugleich Prüfling und Prüfer) sind diese Ausbildungen nur außerhalb der Nistzeiten möglich.

In gewohnter Weise wurde in der Lehrgangswoche zunächst die theoretischen Grundlagen der Ausbildungs- und Prüfungsstruktur durchgenommen. Im Anschluß ging es für 2 Tage in den tief verschneiten Wald beim Heppberg, um dort Prüfungen abzunehmen und die praktischen Grundlagen wieder aufzufrischen. Trotz morgentlichen -11 C° war aber wenig Gelegenheit zum Frieren, war man doch stetig mit Prüfen, Forstarbeiten oder Materialbewegungen beschäftigt. Der Hauptverantwortliche der Praxis, Oberstabsfeldwebel d.R. Haier, trug ohnehin durch viele Erklärungen, Tipps und Anekdoten zum Gelingen des Lehrgangs bei.

Am Freitag konnten alle Teilnehmer dann die ersehnten Prüfberechtigungen aus der Hand des Inspektionschefs entgegen nehmen. Da bereits nach der neuen Vorschrift geprüft wurde gilt die Berechtigung nicht nur für die jeweilige Pioniermaschine, sondern für alle für die man die Lehrberechtigung besitzt. Somit eine ganz massive Aufwertung, spart man sich doch mehrere Prüferlehrgänge.

Für die RSU Odenwald bedeutet dies, dass man künftig autark planen kann und man selbst prüfen könnte, sollte ein externer Prüfer nicht verfügbar sein. Im Herbst nach der Schwerpunktveranstaltung Zertifizierung wird die Ausbildung an der Motorkettensäge somit wieder Fahrt aufnehmen.